Aktive Sterbehilfe

Veröffentlicht auf von Anneliese

Die Zahl der Sterbehilfe-Fälle in Belgien ist im vergangenen Jahr auf knapp 500 gestiegen. Das sei rund ein Siebtel mehr als im Vorjahr, berichtete der Fernsehsender VRT am Donnerstag. Die Euthanasie-Kontrollkommission gehe allerdings davon aus, dass nur etwa jeder zweite Fall gemeldet werde. Die tatsächliche Zahl würde damit doppelt so hoch liegen.

www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp

Aktive Sterbehilfe bewegt sich in einer Grauzone.Auch in Deutschland gibt es aktive Sterbehilfe. Obwohl das nie öffentlich gesagt oder zugegeben wird.
Wenn ein alter Mensch zu alt z.B. für eine PEG ( Ernährung über eine Magensonde) ist. Der alte Mensch nicht mehr Essen und Trinken kann, wird er verhungern. Wer entscheidet wann ein Mensch zu alt ist oder ein Leben nicht mehr Lebenswert ist ? Die Ärzte, Betreuer oder wenn vorhanden die Angehörigen? In meinem Beruf habe ich erlebt was es heißt einen Menschen so sterben zu lassen. Es finden keine Massnahmen,ausser Infusionen mehr statt. Der Mensch verhungert - ist das nun Aktive Sterbehilfe ?
Ich bin für aktive Sterbehilfe dies bezieht sich aber alleine auf meine Person. Ich will selber entscheiden ob ich mit einer schweren Krankheit ohne Aussicht auf Besserung weiter Leben will.

Warum:
1. Die Pflegebedürftigkeit steigt im Alter enorm an. Oft liegen dann die alten Menschen Jahre lang einsam in ihren Betten, können am Leben nicht mehr Teilnehmen. Leiden hilflos oft an schlimmen Schmerzen weil ihnen eine ausreichende Schmerztherapie von den Ärzten verweigert wird.

2.Wie es häufig dazu kommt?
Ein Beispiel aus dem Alltag.
Fr.XY. hat Gefühlstörungen und typisch Anzeichen die auf einen Schlaganfall hindeuten. Sie geht zum Arzt doch dieser nimmt die Symptome nicht ernst aus Zeitmangel und aus Kostengründen. Frau XY. erleidet darauf hin einen Schlaganfall und wird zum Pflegefall sie kommt in ein Pflegeheim.
Eine Rehahmassnahme wird nicht mehr gemacht - weil sie zu teuer ist
Dort wird zwar ein aktivierender Pflegeplan erstellt der sich in der Realität nicht durchführen läst weil zu wenig Personal vorhanden ist. Und so liegt Frau XY. nur noch im Bett, ihre restlichen Ressorchen verkümmern. Der Pflegebedarf steigt an, was wiederum für das Heim den Vorteil hat es kann nun eine höhere Pflegestufe beantragt werden. Das bringt dem Heim mehr Geld. Für Frau XY. eine lange Leidenszeit ohne Aussicht auf ein Menschenwürdiges Leben.

3. Die kosten im Gesundheitswesen sind inzwischen ins unendliche gestiegen. Längst ist nicht mehr alles was heute medizinisch möglich ist bezahlbar. Dies bleibt nur den Reichen vorbehalten, Menschen die Privatpatienten sind.
Das wiederum bedeutet dass ein armer Kassenpatient eher an Krebs erkranken und sterben wird denn für ihn gibt es keine teueren Untersuchungen und Behandlungen, die sind für Kassenpatienten von den Krankenkassen nicht bezahlbar.  

Veröffentlicht in Tod und Sterben

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Susi 02/16/2008 23:56

Das wir irgendwann den gesellschaftlichen Druck haben werden um "Sterbehilfe zu bitten" ist ein Horrorgemälde, das so doch nie eintreten wird. Sterbehilfe soll doch nicht dazu da sein die Rentenkassen zu retten, sondern um Menschen die unheilbar krank sind und/oder nur noch dahin vegitieren, um Schmerzen zu haben, ein Sterben in Würde zu ermöglichen.

Sicher wird es auch den ein oder anderen Einzelfall geben, in dem geldgierige Verwandte eine Chance sehen schneller ans Erbe zu kommen. Aber wir leben doch nicht mehr im alten Grönland, wo man die alten Leute über die Klippe gestoßen hat, damit man das wenige Essen auf die "leistungsfähigen" Mitglieder der Gemeinschaft verteilen konnte.