Erfahrungen mit Tod und Sterben im Krankenhaus, Pflegeheim

Veröffentlicht auf von Anneliese

undefined Ich habe schon viele Bücher zu Tod und Sterben gelesen. Zum Beispiel Wie wir Sterben von Sherwin B. Nuland  Ein Ende in Würde. Ein Ende in Würde wünschen wir uns doch wohl alle.

Nuland schreibt in seinem Buch als Einleitung: „ Jeder möchte wissen, was   uns alle an“ beim Sterben vor sich geht, auch wenn nur wenige das offen aussprechen. Ob wir uns unser eigenes Sterben vorstellen, ob wir besser verstehen wollen, was mit todkranken Mitmenschen geschieht oder wahrscheinlicher, ob wir der Faszination des Todes erliegen, die aus dem Unbewussten in uns emporsteigen – der Gedanke an das Lebensende zieht





Krankenhaus und Pflegeheim

Im Krankenhaus:

Ich habe einige Jahre im Krankenhaus als Stationshilfe gearbeitet. Und meine Erfahrungen zu Tod und Sterben im Krankenhaus waren keineswegs positiv.

Im Krankenhaus wurden die Patienten die im Sterben lagen abgeschoben in ein Bad oder manchmal auch in eine Abstellkammer.  Meine Frage warum das?

Ist es die eigene Angst vor dem Sterben? Ist es die Angst der Mitpatienten Angst davor haben mit einem Sterbenden  ein Zimmer zuteilen?

Oder liegt es an unserer Gesellschaft die  den Tod und das Sterben verdrängen weit weg schieben und nicht an sich herkommen lassen wollen?

Diese Frage sollten sich alle Leser selber beantworten.

Doch habe ich im Krankenhaus bei den Patienten viel mehr Hoffnung erlebt, mehr Lebenswillen häufiger die Frage gehe ich wieder gesund Nachhause?

Im Pflegeheim:

Im Gegensatz zum Krankenhaus ist im Pflegeheim Tod und Sterben Normalität.

Die Bewohner wissen dass es ihre letzte Station ist. Doch die Hoffnung die einen Patienten im Krankenhaus entgegen bringen fehlt. Ganz selten kommt mal ein kleiner Hoffnungsschimmer werde ich vielleicht noch Weihnachten erleben?

In meinem Praktikum zur Altenpflegerin habe ich  auf einer großen Pflegestation gearbeitet. Es waren 40 Bewohner auf der Station.

In dem halben Jahr in dem ich mein Praktikum absolvierte ist die Hälfte der Bewohner verstorben. Dies liegt   für die Schule. Eine sehr liebe alte Dame, sie hatte Darmkrebs im Endstadium. An einen Sonntag wir hatten zu dritt Dienst  für 40 Bewohner. Eine Altenpflegerin ein Pflegehelfer u. ich als Praktikantin. Der Pflegehelfer war bis 11 Uhr damit beschäftigt das Frühstück zu richten u. zu verteilen, Geschirr einzusammeln. Zu zweit haben wir die Pflege gemacht. Die Bewohnerin Frau X  lag im Bett sie hatte starke Schmerzen, die zuständige Altenpflegerin hatte keine Zeit, als ich nach der Bewohnerin sah hatte sie ihr Schmerzmittel unberührt auf dem Nachtkästchen stehen auch der Kaffee daneben war kalt. Der Pflegehelfer hatte es ihr nicht eingegeben. Ich gab  Frau X die Tropfen und  machte den Kaffee warm. Zwischen der Versorgung der anderen Bewohner ging ich immer wieder zu Frau X.  Die Schmerzen wurden nicht besser. Mittags wollte Frau X nichts essen sie trank nur ein wenig. Bevor ich Nachhause ging war ich noch mal bei Frau X saß eine Zeitlang an ihrem Bett. Als ich zwei Tage später wieder Dienst hatte schaute ich zuerst in das Zimmer von Frau X. es war leer ich fragte nach was mit ihr ist. Da wurde mir gesagt dass Frau X. einen Tag später im Krankenhaus gestorben ist. daran das nur noch Schwerstpflegebedürftige Bewohner auf den Pflegestationen verweilen. Und sich die Situation seit der Einführung der Pflegeversicherung, in den Pflegestationen sehr verändert hat. Bewohner mit Pflegestufe 1 sieht man kaum noch. Auch macht sich hier die oft unzureichende Personalbesetzung bemerkbar. Es fehlt an Zeit für Zuwendung für den sterbenden Bewohner. In meinen ersten Praktikum. Eine Bewohnerin, ich hatte sie für meine Pflegeplanung

Aber ich habe nicht nur negative Erlebnisse mit Tod und Sterben in der Altenpflege gemacht.  In einer anderen Einrichtung (Wohnbereich) hatten wir einen Bewohner der Zuhause in seiner Wohnung sterben durfte im Beisein seiner Familie. Die Kinder des Bewohners waren rund um die Uhr anwesend und nahmen uns viel Arbeit in der Pflege ab. Anfangs als der Bewohner noch ansprechbar war  merkte man das er ein sehr innige Beziehung zu seinen Kindern hatte. Für uns Pflegekräfte war es eine enorme Entlastung in jeder Beziehung. Auch als der Bewohner verstorben war blieben die Kinder hier verabschiedeten sich in Ruhe und Stille von ihm. Auch wir Pflegekräfte wurden miteinbezogen und konnten von ihm in Ruhe Abschied nehmen.

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