Kinderheim in den 60er Jahren

Veröffentlicht auf von Anneliese

das-heim.jpgMein Alltag vor ueber 30 Jahren
Ich weiß es noch heute als ob es erst gestern gewesen wäre, die Autofahrt in ein  Kinderheim. Das war 2 Autostunden von meinem Zuhause entfernt. Dort angekommen standen wir vor einem alten großem Haus das von Bäumen des Parks verdeckt war. Das ganze Haus wirke auf mich wie ein großer Keller. Warum keine Ahnung. Wir wurden in einen großen Raum geführt, der für mich überdimensional erschien, solche großen Räume war ich nicht gewohnt. Viele Mädchen in meinem Alter hielten sich in diesem Raum auf, es war gerade die Zeit zum Mittagessen. Ich bekam einen Platz zugewiesen, an dem saßen schon 4 andere Mädchen. Das erste was dann passierte wardas eins der Mädchen an meinem Tisch auf einmal heftig zu zittern anfing und zu Boden fiel. Eine Erzieherin kümmerte sich sofort um das Mädchen. Nach dem Essen zeigten sie mir das Haus, auch den Schlafraum ich staunte nicht schlecht der kam mir vor wie ein Fußballfeld die Größe war echt beeindruckend. Schnell zählte ich die Betten in diesem Raum, und kam dabei auf die beachtlich Zahl von 12 Betten. Der Waschraum war nicht minder kleiner viele Waschbecken reihten sich aneinander ebenso die Toiletten. Damit es ja praktisch war befand sich das Klassenzimmer gleich auf den selben Flur wie der Aufenthaltsraum von uns 20 Mädchen.
Der Alltag fing an, morgens um 6.00 kam eine Erzieherin zum wecken, anschließend begaben wir uns alle in das übergroße Badezimmer, in reihe und Glied standen wir an den Waschbecken das übliche bei der Morgentoilette, anziehen , Bett machen dann ging es geschlossen in den Aufenthaltsraum zum Frühstücken. Geschirr abräumen aufräumen um anschließend geschlossen zum zu gehen Schulraum. Da standen Bänke in reih und glied im Raum, diese Bänke waren keine Tische und Stühle wie wir sie heute haben, nein es war eine Sitzbank mit Tisch zusammen geschraubt.
Damit wir ja unsere Kleidung nicht schmutzig machten mußten wir alle Schürzen tragen, das ersparte das viele Waschen der Kleidung.
Nach dem Unterricht ging es dann wieder gemeinsam in den Aufenthaltsraum zum Mittagessen. Anschließend mußten wir zusammen die Hausaufgaben machen, manchmal fiehlen diese auch aus wenn wir zur Kartoffelernte in das Dorf gehen mußten.
Jeder bekam einen kleinen Abschnitt des Feldes zugeteilt, und immer wenn der Bauer mit seiner Maschine vorbei fuhr buttelte er die Erdäpfel aus. Wir hatten dann Zeit die Erdäpfel einzusammeln bis er wieder bei uns ankam.
In unserer Freizeit durften wir alle zusammen in den Park gehen, dort befand sich ein Spielplatz und ein Schwimmbad, das Schwimmbad durften wir nur zu bestimmten Zeiten benutzen, die restliche Zeit wurde es von den Nonnen benützt die das Heim leiteten. Und ein zwei mal im Jahr fuhren wir mit unserer Erzieherin in die nahe Stadt um für uns Kleidung zu kaufen.
Nur in den Ferien fuhren fast immer alle Mädchen nach Hause auch ich.
Vier Jahre war ich in diesen Heim.
Einmal sind ein anderes Mädchen und ich aus dem Heim weggelaufen, wir wollten etwas erleben. Also sind wir zu Fuß los marschiert es war schon am späten Abend, wir wollten in die nächste Großstadt gehen. Wir liefen Stundenlang durch die Gegend, kamen duch Dörfer, irgendwann hatten wir dann keine Lust mehr und hielten ein Auto an, ich glaube das war so um 3.00 Uhr nachts. Doch statt in die Großstadt zu kommen wurden wir wieder im Heim abgeliefert.
Das gab anschließend einen großen Aufstand von unserer Erzieherin.
Die letzten beiden Jahre verbrachten wir dann nicht mehr in dem großen alten Haus, ein neues Haus war gebaut worden. Die Zimmer waren um einiges kleiner nur für 3 Mädchen immer, der Aufenthaltsraum für nun noch 12 Mädchen. Das Badezimmer war auch viel kleiner, es gab jetzt sogar eine Badewanne im Wohnbereich, im alten Haus war das Bad im Keller dort waren lauter Kabinen der Reihe nach aufgestellt.


(Das Bild zeigt das Heim in den 60er Jahren )

Veröffentlicht in Damals

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