Lidl wie damals die Stasi?

Veröffentlicht auf von Anneliese

Der Discountriese Lidl soll seine Mitarbeiter systematisch ausspioniert haben. Laut einem Pressebericht existieren seitenlange Protokolle über private Gespräche. Wie weit darf ein Arbeitgeber bei der Kontrolle seiner Angestellten gehen?

Muss man das überhaupt noch fragen? Er darf es zwar nicht, aber er wird soweit gehen, bis ihm die Justiz auf die Finger haut - und die kann das derzeit kaum, weil sie derartige Bespitzelung meines Wissens nicht einmal mit Bußgeld bestrafen kann. Eine Schande. Man kann sich nur wundern, dass in einem Land, in dem viele zumindest die DDR noch live miterlebt haben, derart zum Himmel schreiende Spionageattacken auf das Privatleben der Mitarbeiter nicht mit einem Totalboykott des Unternehmens geahndet werden.
Dass gerade Lidl in diesem Zusammenhang äußerst negativ auffällt, muss endlich Konsequenzen haben. Der Gesetzgeber müsste - wenn es ihm den mit dem Datenschutz nur einigermaßen ernst wäre - schleunigst (=spätestens bis zur Sommerpause) ein echtes Datenschutzgesetz verabschieden, das illegale Datenerhebung mit Bußgeldern von nicht unter 100.000 Euro pro betroffener Person, zahlbar je zur Hälfte an diese und eine gemeinnützige Einrichtung, bestraft. Dann würde es auch für unser alle ganz schön teuer - und das dürfte dann auch der Grund sein, warum wie immer nichts passieren wird, wenn wir es nicht selbst in die Hand nehmen.

Veröffentlicht in Dies und Das

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