Deutschland auf dem Weg zur Totalen Überwachung

Veröffentlicht auf von Anneliese

Der Lebensmitteldiscounter Lidl ließ voriges Jahr systematisch die Beschäftigten in zahlreichen Filialen überwachen. Dem stern und stern.de liegen mehrere Hundert Seiten interner Lidl-Protokolle vor, in denen jeweils mit Tag und Uhrzeit notiert, wann und wie häufig Mitarbeiter auf die Toilette gehen, wer mit wem möglicherweise ein Liebesverhältnis hat, wer nach Ansicht der Überwacher unfähig ist oder einfach nur "introvertiert und naiv wirkt".

Die Telekom-Spitzelaffäre hat schlaglichtartig gezeigt, wie leicht sensible Bürgerdaten missbraucht werden können. In der vernetzten Informationsgesellschaft sind inzwischen unzählige Daten über jeden Verbraucher vorhanden, die - einmal zusammengeführt - den Bürger zum gläsernen Menschen machen könnten.Die Spitzel-Affäre zieht weitere Kreise:

 Womöglich hat auch die Bahn Mitarbeiter beschnüffeln lassen, wird berichtet. Demnach hat sie derselben Firma Spähaufträge erteilt, wie die Telekom.

Willkommen im Überwachungsstaat Deutschland. Ich frage mich, wie kann dieses Unternehmen noch Kundengespräche führen ohne das deren Mitarbeiter nicht die Schamesröte im Gesicht steht ?

Wenn beim Marktführer Telekom solche Methoden offenkundig werden (wobei ich mir sicher bin, dass die Telekom noch größere Leichen im Keller hat), wächst das Erschrecken an den Gedanken mit welchen Mitteln kleinere Unternehmen arbeiten um Daten auszuspionieren.
Ist das Verhalten ein weiterer Schritt zur totalen Überwachung ?

Veröffentlicht in Politik

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Martin 06/04/2008 13:54

Meiner Meinung nach ist es schon längst zuspät sich über den Mangel an Privatsphäre zu beklagen. Das hätte vor der Verbreitung des Internets passieren müssen. Wer heutzutage etwas über eine Person wissen will und ein klein wenig Ahnung von gängigen Internetprotokollen hat, findet was er sucht. Im Zeitalter der Handyortung per Mouseklick ist das auch nicht weiter verwunderlich finde ich!

Winfried Schley 06/03/2008 21:01

Wer Angst vor "sensiblen" Daten hat, darf nie bloggen! Ein Blogger schwirrt mit seinem ganzen Sinn und Unsinn, seinen Kommentaren, egal wo, als Datensalat auf immer und ewig im Internet. Wer es nicht glaubt, kann in Gänsefüßchen gefasst seinen eigenen Namen in eine Suchmaschine eingeben und staunen lernen.