Pflegestufen und Leistungen

Pflegestufen und Leistungen

Pflegestufe 1 (Erheblich Pflegebedürftige)

Personen, die bei der Grundpflege mindestens einmal täglich der Hilfe bedürfen (wenigstens zwei pflegerische Verrichtungen aus den Bereichen Körperpflege, Ernährung oder Mobilität) und zusätzlich mehrfach pro Woche Hilfen bei der Hauswirtschaft benötigen, werden in die Pflegestufe I eingeordnet.
Zeitaufwand für den Hilfebedarf: Durchschnittlich mindestens 90 Minuten pro Tag, wobei der Aufwand für pflegerische Verrichtungen mehr als 45 Minuten betragen muss.
 

Pflegestufe 2 (Schwer-Pflegebedürftige)

Personen, die bei der Grundpflege mindestens dreimal täglich zu verschiedenen Tageszeiten der Hilfe bedürfen und zusätzlich mehrfach pro Woche Hilfe bei der Hauswirtschaft benötigen, werden in die Pflegestufe II eingeordnet.
Zeitaufwand für den Hilfebedarf: Durchschnittlich mindestens 3 Stunden pro Tag, wobei der Aufwand für pflegerische Verrichtungen mit 2 Stunden pro Tag eindeutig überwiegen muss.
 

Pflegestufe 3 (Schwerst-Pflegebedürftige)

Personen, die bei der Grundpflege rund um die Uhr, auch nachts der Hilfe bedürfen und zusätzlich mehrfach pro Woche Hilfe bei der Hauswirtschaft benötigen, werden in die Pflegestufe III eingeordnet.
Zeitaufwand für den Hilfebedarf: Durchschnittlich mindestens 5 Stunden pro Tag, wobei der Aufwand für pflegerische Verrichtungen mit 4 Stunden pro Tag eindeutig überwiegen muss.

 

Wenn allein stehende alte Menschen in ein Heim ziehen, erscheint das vielen verständlich. Aber wenn Angehörige da sind? Dann fällt in der Öffentlichkeit immer noch häufig das böse Wort vom "Abschieben" alter Menschen in Heime. Dabei entscheiden sich die meisten erst für die vollstationäre Pflege, wenn es nicht mehr anders geht. Das ist auch sozialpolitisch so gewollt, denn die Pflegeversicherung, die zum Teil auch für die Heimkosten aufkommt, verfährt nach dem Grundsatz: "Ambulant vor stationär".

Wird stationäre Pflege nötig, gibt es von der Pflegekasse

für Pflegestufe I

 bis zu 1.023 Euro/Monat

für Pflegestufe II

 bis zu 1.279 Euro/Monat

für Pflegestufe III

 bis zu 1.432 Euro/Monat

in besonderen Härtefällen

 bis zu 1.688 Euro/Monat

Damit diese Pflegeversicherungsleistungen in voller Höhe gezahlt werden können, muss allerdings die Erforderlichkeit für die Pflege im Heim bestehen und in der MDK-Begutachtung bescheinigt werden. Liegt diese nicht vor, sind die Leistungen auf die Höhe begrenzt, die die Pflegebedürftigen bei häuslicher Versorgung erhalten würden:

Die Pflegekasse beteiligt sich dann an den Kosten in der

 

 Pflegestufe I  mit maximal 384 Euro/Monat
 Pflegestufe II  mit maximal 921 Euro/Monat
 

Bei Pflegebedürftigen der Pflegestufe III wird die Notwendigkeit der stationären Pflege unterstellt. Bei den anderen Pflegestufen stimmt die Pflegekasse einer Unterbringung in einer stationären Einrichtung zu, wenn folgende Bedingungen vorliegen:

  • Fehlen einer Pflegeperson
  • Fehlende Pflegebereitschaft möglicher Pflegepersonen
  • Drohende oder bereits eingetretene Überforderung der Pflegepersonen
  • Drohende oder bereits eingetretene Verwahrlosung der pflegebedürftigen Person 
  • Eigen- und Fremdgefährdungstendenzen der pflegebedürftigen Person
  • Räumliche Gegebenheiten zu Hause, die keine häusliche Pflege ermöglichen und durch Maßnahmen der Wohnungsanpassung nicht zu verbessern sind.

Die Kosten für die Unterbringung in einer vollstationären Altenhilfeeinrichtung setzen sich aus vier verschiedenen Komponenten zusammen:

  1. Pflegekosten: Darunter versteht man die pflegebedingten Aufwendungen wie beispielweise Körperpflege und soziale Betreuung.
  2. Hotelkosten: Damit sind Unterkunft und Verpflegung sowie die hauswirtschaftliche Versorgung gemeint.
  3. Investitionskosten: Diese dienen der Erhaltung des Hauses und der Ausstattung.  
  4. Zusatzleistungen: Diese setzen sich aus Extras zum Beispiel für die Reinigung der Kleidung und den Nähservice zusammen. 

Die Pflegekassen übernehmen nur die Pflegekosten – bis zum Höchstbetrag in der jeweiligen Pflegestufe. Darüber hinausgehende Kosten muss die pflegebedürftige Person selbst zahlen. Für die Hotel- und Investitionskosten sowie die Zusatzleistungen müssen die Heimbewohnerinnen und Heimbewohner selbst aufkommen. Reichen dazu deren Einkünfte oder Vermögen nicht aus, muss ein Antrag auf Sozialhilfe gestellt werden. Dabei wird auch das Einkommen der Angehörigen ersten Grades mitgeprüft, und dies